Hollywood wäre ohne Maggie Gyllenhaal sehr viel öder
Sie hat ein Händchen für die Rollen abseits des “normalen”, sie sucht geradezu die rollen mit den menschlichen Abgründen. So reizen sie die Drehbücher, die die meisten ihrer Kolleginnen nicht mal lesen würden am meisten. Rollen über Sadomaochismus,Drogensucht oder auch sexueller Hörigkeit.
Ihr kleiner Bruder, Superstar Jake (31), stellt sie nicht mehr in den Schatten. Zur Zeit läuft die Komödie “In guten Händen” in den Kinos, in der auch die Erfindung des Vibrators thematisiert wird und sich Maggie wieder einmal mit der weiblichen Sexualität auseinander setzt. Mit grösstem Vergnügen, auch für die Kinobesucher….
Die GALA hat zu diesem Anlass ein sehr aufschlussreiches Inteview mit Maggie Gyllenhaal geführt, bei dem sie gewohnt kein Blatt vor den Mund nahm.
Viele Schauspieler sagen, Sexszenen zu drehen sei nicht aufregend, sondern furchtbar. Finden Sie das auch?
Es gibt zwei Arten von Sexszenen. Auf der einen Seite die Softcore-Version: Man trägt den perfekten BH, das Licht ist haargenau eingestellt, und man hat im Voraus verhandelt, welche Seite seiner Brust man zeigt. Diese Präzision ist nichts für mich.
Was bevorzugen Sie?
Die Art von Sexszene, in der man einfach die Körpersprache beider Darsteller wirken lässt. Solche Szenen habe ich schon oft gespielt, und in ihnen konnte ich meine eigenen Erfahrungen als Frau mit einfließen lassen. Sie gefallen mir auch in anderen Filmen besser.
Fällt Ihnen ein Beispiel ein?
“Blue Valentine” mit Ryan Gosling und Michelle Williams. Man kann nachempfinden: Das sind zwei Menschen beim Sex. Manchmal ist er gut, und manchmal eben nicht. Meistens gibt es ja gute und schlechte Momente gleichzeitig. ( lacht)
Rollen, die sich mit der Sexualität befassen, interessieren Sie …
Ich bin an Sexualität interessiert, so wie jeder andere Mensch auch. Viele meiner Filme drehen sich darum. Ich mag es, die verschiedenen Facetten der weiblichen Sexualität zu entdecken und die Denkweise einer Frau zu durchforsten.

Der junge Arzt Mortimer (Hugh Dancy) behandelt "hysterische" Frauen, indem er ihren Intimbereich massiert. Bald stehen die Damen Schlange bei ihm - die rebellische Charlotte (Maggie Gyllenhaal) allerdings hat anderes im Sinn ... "In guten Händen" ist eine amüsante Lehrstunde über Wissenschaftsglauben, viktorianischen Mief und Emanzipation. (Foto: © PR/Senator)
Quelle: GALA